Geschäftsführerhaftung: Zahlungen auf Haftungsbescheid als (nachträgliche) Werbungskosten

Manchmal gibt es auch aussichtslose Fälle und der zu prüfende Haftungsbescheid ist rechtmäßig. Insbesondere in Fällen der Geschäftsführer- bzw. Vertreterhaftung (§ 69 AO i. V. m. § 34 Abs. 1 AO) sollte man dann im Blick haben, dass Zahlungen auf den Haftungsbescheid grundsätzlich (nachträgliche) Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit des Geschäftsführers sind (FG Düsseldorf, 19.02.2015, 16 K 198/13 F, juris; FG Sachsen-Anhalt, 02.07.2013, 4 K 1508/09, EFG 2013, 1651).

Dabei gilt das Abflussprinzip (§ 11 Abs. 2 EStG). Es kommt also darauf an, dass die Haftungssumme ganz oder teilweise tatsächlich ans Finanzamt gezahlt werden kann und gezahlt wird. Als Werbungskosten können die Ausgaben dann in dem Kalenderjahr angesetzt werden, in dem sie tatsächlich gezahlt werden (d. h. abfließen).

Das gleiche gilt für Beraterkosten, die etwa für die Haftungsprüfung oder ein erfolgloses Einspruchs- oder Klageverfahren angefallen sind.

Alles in allem zumindest eine gewisse Abmilderung der Haftungsinanspruchnahme.

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